Und niemand hatte Schuld

Christoph

Well-Known Member
Folgenden Text schickte mir eben eine liebe Freundin:

Eine Generationsgeschichte


Kinder von Heute werden in Watte gepackt.



Wenn du als Kind in den 50er, 60er, oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten !!



Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Air-bags.

Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso die Flasche mit dem Bleichmittel.



Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen.

Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.



Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen, nicht aus Flaschen.



Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Berg hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.



Wir verliessen morgens das Haus zum Spielen, wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste wo wir waren und wir hatten nicht einmal ein Handy dabei!



Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt.

Es waren eben Unfälle! Keiner fragte nach der "Aufsichtspflicht "

Kannst du dich noch an " Unfälle " erinnern?



Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau.

Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht !



Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter und Zucker oder Apfelkraut und tranken sehr viel Zuckerwasser oder Limo und wurden trotzdem nicht zu dick.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.



Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video oder DVD, Surround-Sound, oder eigene Fernseher, Computer oder Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde.



Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße, oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten.

Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln, wir gingen einfach rein, ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern.

Keiner brachte uns und keiner holte uns ab! Wie war das nur möglich ??



Wir dachten uns Spiele mit Holzstöcken und Tennisbällen aus, oder spielten auf Trümmergrundstücken.

Außerdem aßen wir Würmer und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen weiter für immer und ewig!

Und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.



Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen wer gut war.

Wer nicht gut war mußte lernen mit Enttäuschungen klarzukommen.



Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung!

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen und keiner konnte sich verstecken.



Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauten. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polize! So etwas !!



Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.



Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung.



Mit alldem mußten wir umgehen.



Und Du gehoerst auch dazu!



Herzlichen Glueckwunsch!
Den KONNTE ich euch nicht vorenthalten!

Herzlich
Christoph
 
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Ereschkigal

Well-Known Member
Lieber Christoph,

wann ist Freiheit Freiheit und wann ist Freiheit Verwahrlosung? Meiner Meinung ist das immer eine Gradwanderung in der Erziehung.

Liebe Grüße
Ereschkigal
 

Hortensie

Well-Known Member
Früher

Hallo Christoph u. Ereschkigal,
diesen Text haben wir auch vor ein paar Tagen bekommen. Ich finde, es ist was Wahres dran und er gefällt mir. Doch die Zeiten haben sich geändert...
Ich finde die Verwahrlosung fällt zur heutigen Zeit optisch nicht mehr unbedingt sofort ins Auge. Es findet eine andere Verwahrlosung statt.

LG Tarot
 

Walter

Administrator
Teammitglied
Ist es nicht seltsam dass sich da eine Elterngeneration über ihre eigenen Kinder beschwert? War noch nie da.

Und wieder war früher alles besser :)
 

Goldray

Member
Ist sowas von einfach. Eltern sind niedriger schwingend und die Kinder höherschwingender. Das verträgt sich halt nicht immer.

Naja, ist halt meine Theorie, muß ja nicht stimmen...

Goldray
 

K.M.

Active Member
Christoph,

War Früher wirklich alles besser oder ist es nur eine Brille, die uns die Wahrheit verschleiern soll?
Schauen wir ihn uns mal konkret an:

Kinder von Heute werden in Watte gepackt.
So ein Blödsinn! Kinder von Heute müssen tagtäglich die nicht erreichten Ziele ihrer Eltern erfüllen, bekommen ein straffes Pogramm zugeteilt, welches ihnen genau vorschreibt, in welchem Alter sie was zu können haben. Kinder, die diese hohen Ansprüche nicht erfüllen, gelten bereits im Kleinkindalter als wahrnehmungsgestört und verhaltensauffällig.

Wenn du als Kind in den 50er, 60er, oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten !!
Haben viele auch nicht, aber Früher wurde über Selbstmord nicht gesprochen.

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Air-bags.
Stimmt und viele mussten dadurch ihr Leben lassen.

Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.
Richtig und deswegen haben viele heute chronische Erkrankungen oder sind unfruchtbar.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso die Flasche mit dem Bleichmittel.
So manch einer hat seine Neugierde auch nicht ohne Schäden überstanden.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen.
Kommt drauf an, sind sie heute immer noch, nicht jeder hat Geld jeden Schrank und Tür mit Sicherheitsschanieren abzusichern und so mancher läuft auch heute mit einem Finger weniger herum.

Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Es gab auch viel weniger Autos und die fuhren auch längst nicht so rücksichtslos wie heute.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen, nicht aus Flaschen.
Schön blöd, wer teures Mineralwasser kauft, das Wasser aus der Leitung ist heutzutage das bestkontrollierteste Lebensmittel, das wir haben.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Berg hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.
Die Kinder von heute sind natürlich schlauer, Bauanleitungen für Seifenkisten lassen sich schließlich aus dem Internet runterladen und ausdrucken. :D

Wir verliessen morgens das Haus zum Spielen, wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste wo wir waren und wir hatten nicht einmal ein Handy dabei!
Neid auf die Technik oder genervt, dass Straftaten an Kindern Heute nicht mehr so einfach sind? :escape:

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt.
Es wundert mich, dass du diese Textzeile nicht rausgelöscht hast... :D

Es waren eben Unfälle! Keiner fragte nach der "Aufsichtspflicht " Kannst du dich noch an " Unfälle " erinnern?
Ein Mal erhängte sich ein Mädchen aus Versehen an einer Schaukel, den Eltern blieb der Trost, dass es ein Unfall war.

Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht !
Es interessierte die Erwachsenen auch nicht, ob wir gemobbt oder abgezogen wurden, auch nicht, wie es uns ging. Manche haben es nicht ausgehalten und sich umgebracht.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter und Zucker oder Apfelkraut und tranken sehr viel Zuckerwasser oder Limo und wurden trotzdem nicht zu dick.
Das nicht, aber die meisten von uns haben mit Mitte 30 schon mindestens eine Zahnkrone.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.
Das passiert auch heute nicht, weil die Kinder von Heute einfach aufgeklärter sind.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video oder DVD, Surround-Sound, oder eigene Fernseher, Computer oder Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde.
Freunde haben die Kinder von Heute auch noch, nur werden sie nicht mehr gezwungen mit jedem befreundet zu sein.

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße, oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln, wir gingen einfach rein, ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern.
Das ist doch heute nicht anders, es sei denn man hat keine Kinder und weiß es nicht.

Keiner brachte uns und keiner holte uns ab! Wie war das nur möglich ??
Zum einen wohnen Freunde heutzutage einfach weiter auseinander, zum anderen wussten wir damals nicht, wie viele vermisste Kinder es tatsächlich gab.

Wir dachten uns Spiele mit Holzstöcken und Tennisbällen aus, oder spielten auf Trümmergrundstücken.
Der Krieg ist schon eine Weile vorbei, Trümmergrundstücke gibt es nicht mehr. Kinder sind auch Heute noch kreativ, nur unkreative Eltern sehen das nicht.

Außerdem aßen wir Würmer und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen weiter für immer und ewig!
So dumm sind die Kinder eben heute nicht mehr. :D

Und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.
Passiert auch Heute kaum.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen wer gut war. Wer nicht gut war mußte lernen mit Enttäuschungen klarzukommen.
Ausgrenzungen sind Heute sogar noch viel stärker und werden viel brutaler in die Realität umgesetzt.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung!
Nee, die wurden auf die Sonderschulen verbannt... Damit die Lehrer einen guten Klassendurchschnitt vorweisen konnten.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen und keiner konnte sich verstecken.
Die meisten Taten haben heute sogar noch viel härtere Konsequenzen.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauten. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polize! So etwas !!
Und der gleichen Meinung wie die Lehrer, Ärzte, Beamte... alles wichtige Persönlichkeiten, denen man keine Fehler zu unterstellen hatte.

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Stimmt, die meisten arbeiten heute in den USA, weil sie sich in Deutschland nicht entfalten konnten.

Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem mußten wir umgehen.
Die wenigsten Kinder haben heute noch Freiheit und Erfolg, dafür umso mehr Misserfolge und Verantwortungen.

Ich wollte heute kein Kind sein, aber damals wars auch nicht besser.

K.M.
 
M

Mara

Guest
hallo ihr lieben ...

ich habe den text auch. schon vor ein paar monaten gab ihn mir eine freundin. ich stehe hinter diesem text, weil er genau das widerspiegelt, was ich denke.
deshalb erziehe ich mein kind nicht, sondern gönne ihm die gleiche freiheit, wie ich sie hatte.

man muss halt dann nur dadurch, das man als rabenmutter dasteht. aber gerade als spirituelle bin ich davon überzeugt, das meinem kind (wie mir) sowieso das passiert, was ihm passieren soll.

diese ganzen sicherheiten heutzutage sind mE auch großteils dazu da, das schlechte gewissen zu beruhigen, weil die wirtschaft schlecht ist, die arbeitsmarktlage besch..... , die zukunftsperspektiven unserer kinder eher bescheiden. mich freut das, aber ich bin ja auch nicht "normal" :mad2:
denn es bedeutet doch, das dieses kranke system so langsam in sich zusammenbricht und etwas neuem platz macht.

... und da wird dann auch wieder platz sein für kinder, so wie sie sind.
 
A

Astarte

Guest
Hallo Christoph,

ich bin weder in den "guten, alten" 60ern aufgewachsen noch in den "bösen 90ern", sondern dazwischen, aber in einem stimme ich zu: dieses paranoide Ordnungs-, Sicherheits- und Versicherungsdenken hierzulande finde ich manchmal - gelinde gesagt - zum Kotzen. "Es könnte ja was passieren, deshalb machen wir schnell ein Gesetz und verbieten dieses und jenes und am besten alles, damit nichts mehr passiert, und im übrigen uns tiefgreifende Gedanken, welche Versicherung für welchen Schadensfall haftet." Der leidige Fahrradhelm kommt bald auf uns zu; ich frage mich, wann per Gesetz beschlossen wird, daß Kinder nur noch mit Helm und Sicherungsleine auf Bäume klettern dürfen und dergleichen. Es könnte ja was passieren!

Natürlich passiert was; das ist das Leben, und das wird auch allen Vorsichtsmaßnahmen für unser und unser lieber Kinder Leben zum Trotz so bleiben. Ich kann auf eine Kindheit zurückblicken, in der sicher nicht alles zum besten lief, meine Eltern mir aber dankenswerterweise ausreichend Bewegungsfreiheit ließen und mich nicht mit den oben beschriebenen Sorgen einengten. Wenn ich heute die Wahl habe: ich lebe lieber frei und im Zweifelsfalle kürzer, als "um meiner Sicherheit willen" gemaßregelt und verriegelt bis zur Bewegungsunfähigkeit.

Grüße, Astarte
 

K.M.

Active Member
Ich hab dazu noch einen Text gefunden, den ich viel besser finde. :)

12 Forderungen eines Kindes an seine Eltern

1. Verwöhne mich nicht!
Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann-
ich will Dich nur auf die Probe stellen!

2. Sei nicht ängstlich, im Umgang mit mir standhaft zu bleiben!
Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicherer fühle.

3. Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt!
Ich werde Deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn Du zu mir leise und unter vier Augen sprichst.

4. Sei nicht fassungslos, wenn ich zu Dir sage: " Ich hasse Dich!"
Ich hasse nicht Dich, sondern Deine Macht, meine Pläne zu durchkreuzen.

5. Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tun!
Ich muss auch peinliche und schmerzhafte Erfahrungen machen, um innerlich zu reifen.

6. Meckere nicht ständig!
Ansonsten schütze ich mich dadurch, dass ich mich taub stelle.

7. Mache keine vorschnellen Versprechungen!
Wenn Du Dich nicht an Deine Versprechen hältst, fühle ich mich im Stich gelassen!

8. Sei nicht inkonsequent!
Das macht mich unsicher und ich verliere mein Vertrauen zu Dir.

9. Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!
Sonst wende ich mich an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.

10. Lache nicht über meine Ängste!
Sie sind erschreckend echt, aber Du kannst mir helfen, wenn Du versuchst, mich ernst zu nehmen.

11. Denke nicht, dass es unter Deiner Würde sei, Dich bei mir zu entschuldigen!
Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.

12. Versuche nicht, so zu tun als seiest Du perfekt oder unfehlbar!
Der Schock ist groß, wenn ich herausfinde, dass Du es doch nicht bist.

Ich wachse so schnell auf und es ist sicher schwer für Dich, mit mir Schritt zu halten.
Aber jeder Tag ist wertvoll, an dem Du es versuchst!


(©Lucia Felder)
 
M

Mara

Guest
hi k.m. ...

auch diesen text kenne ich schon. er hängt mit vorliebe in den kindergärten. ich habe ihn einmal gelesen und bauchweh davon bekommen.

ich bin ich. ich bin kein kindererziehungsautomat. wenn wir perfekt sind, dann setzen wir unsere kinder unter druck. sie lieben da, wo menschen einfach sie selber sind.

kinder sind viel toleranter als man sich das herkömmlich vorstellt. ich habe mir gedacht, das dieser text von einem erwachsenen gemacht ist, der diese punkte gerne für sich selbst hätte.
und das ist ein ganz anderes thema. kinder sind nämlich noch konfliktfähig und halten auch zurückweisung und mißverständnisse aus.

und dann - wenn ich mich so in dieses bild hineinversetze, von einem menschen der wirklich so ist - sehe ich so ein therapeut-liebetante-gedusele, was ich mit gleichgültigkeit gleichsetze. immer gleichbleibend freundlich ... wie langweilig. wenn man liebt, hasst man auch ... kinder können das noch ganz selbstverständlich und im wechsel, wie es sich gehört. das ist leben, leidenschaft auch ...

meine ich ... ;)
 

Hortensie

Well-Known Member
Hi K.M.,
ich finde diesen Text sehr gut - er gefällt mir noch besser als der andere.
Kinder wollen Grenzen gesetzt bekommen und ernst genommen werden. Sie wollen Konsequenz und sich auf die Eltern verlassen können. Sie wollen den Eltern vertrauen. Sie testen es sonst ohne Ende aus, was dabei rumkommt sieht man ja an der antiautoritären Erziehung. Die Kinder bekommen trotzdem noch genug Freiheit. Im Zusammenleben mit anderen muss man sich an gewisse Regeln halten, Kompromisse eingehen. Sonst funktioniert es nicht. Außerdem gibt es nicht die ultimative richtige Erziehung. Jedes Kind ist anders und bei gleicher Erziehung kommt trotzdem was anderes raus. Es braucht sich keiner über die Jugend von heute oder übermorgen beschweren, wir selbst haben sie erzogen.
LG Tarot
 

Hortensie

Well-Known Member
...und noch etwas...

...es ist wichtig richtig auf die Kinder einzugehen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Bei den meisen Leuten laufen die Kinder nebenher. Man ist wohl zuhause, aber man kümmert sich nicht richtig um die Kinder. Der Ansatz ist halt schon bei den meisten falsch.
LG Tarot
 

Hortensie

Well-Known Member
nochmal

Ich habe den Text nochmal in leicht abgewandelter Form gefunden, dieser gefällt mir noch besser.

Ein Memorandum vom Kind für den Erzieher :

1.) Verwöhne mich nicht. Ich weiß ganz gut, dass ich nicht alles,
was ich verlange, haben muss. Ich teste Dich ja nur.

2.) Hab keine Angst, mit mir bestimmt umzugehen. Ich ziehe es vor.
Dann weiß ich, woran ich bin.

3.) Zwing mich nicht. Das lehrt mich, dass nur Macht zählt.
Ich reagiere besser auf Anleitung.

4.) Sei nicht wechselhaft. Das verwirrt mich, und ich versuche
desto mehr, alles zu erreichen, was ich will.

5.) Mach keine Versprechungen. Es könnte sein, dass Du sie nicht
einhalten kannst. Das erschüttert mein Vertrauen zu Dir.

6.) Fall nicht auf meine Herausforderung herein, wenn ich etwas
sage oder tue, nur um Dich aus der Fassung zu bringen. Dann
werde ich nämlich versuchen, noch mehr solche Siege zu erringen.

7.) Sorge Dich nicht zu sehr, wenn ich sage:"Ich hasse Dich!".
Ich meine es ja nicht so, ich möchte nur, dass es Dir leid tut,
wenn Du mir etwas angetan hast.

8.) Mach nicht, dass ich mich kleiner fühle als ich bin.
Dann werde ich mich nämlich wie ein toller Kerl benehmen.

9.) Tu nichts für mich, was ich selbst tun kann. Dann fühle ich
mich wie ein Baby und stelle Dich weiterhin in meinen Dienst.

10.) Befass Dich nicht zu sehr mit meinen schlechten Gewohnheiten.
Das veranlasst mich nämlich, sie zu behalten.

11.) Korrigiere mich nicht vor anderen Leuten. Es beeindruckt mich
viel mehr, wenn Du ruhig und allein mit mir sprichst.

12.) Versuche nicht zu predigen. Du wirst Dich wundern, wie gut
ich weiß, was richtig oder falsch ist.

13.) Sag mir nicht, dass meine Fehler Sünde sind. Ich muss lernen,
Fehler zu machen, ohne zu glauben, dass ich darum schlecht bin.

14.) Nörgele nicht. Um mich zu schützen, muss ich tun, als ob ich taub
wäre.

15.) Verlange keine Erklärung für mein falsches Benehmen.
Ich weiß wirklich nicht, warum ich es getan habe.

16.) Stelle meine Ehrlichkeit nicht in Frage. Ich bekomme leicht
Angst und erzähle Lügen.

17.) Vergiss nicht, dass ich gerne Experimente mache. Schütz mich nicht
vor Folgen.
Ich muss aus Erfahrung lernen.

18.) Schenke meinen kleinen Leiden nicht so viel Aufmerksamkeit.
Es könnte sonst sein, dass ich sonst eine schwache Gesundheit zu
schätzen lernen, wenn sie mir so viel Aufmerksamkeit einträgt.

19.) Beantworte dumme oder bedeutungslose Fragen nicht.
Ich möchte Dich nur mit mir beschäftigen.

20.) Denk nicht, es sei unter Deiner Würde, Dich bei mir zu
entschuldigen.
Eine ehrliche Entschuldigung erzeugt in mir warme Gefühle Dir
gegenüber.

21.) Deute nie an, dass Du perfekt oder unfehlbar bist.
Du wärst ein zu großes Vorbild für mich.

22.) Sorg Dich nicht, dass Du wenig Zeit für mich hast.
Was zählt ist, wie wir diese Zeit verbringen.

23.) Werde nicht ängstlich, wenn ich mich fürchte, denn dann
werde ich noch furchtsamer. Zeige mir lieber Mut !

24.) Vergiss nicht, dass ich ohne sehr viel Verständnis und Ermutigung
nicht gedeihen kann. Aber das brauche ich Dir doch gar nicht zu
sagen, oder ?


"Behandle mich wie Du Deine Freunde behandelst,
dann werde ich auch Dein Freund sein."

Zum letzten Mal :D
Tarot
 

Engelslicht

New Member
Hallo an Euch!
Als Mutter von drei Kindern muß ich mich mich wundern was da für Texte inm Umlauf sind
Verwöhne mich nicht! Was ist schlimm daran, Kinder zu verwöhnen? Werden wir nicht auch gerne verwöhnt??? ich meine aber nicht materielle Dinge.
Ist es nicht das wichtigste Kindern Liebe zu schenken und sie so zu erziehen, das sie mit einer großen Portion Selbstvertrauen ausgestattet sind! Ihnen auch zu gestatten NEIN zu sagen, Ihnen Vertrauen zu schenken und ihnen Entscheidungsfreiheit zuzubilligen.
Kinder lernen von uns und wir lernen von den Kindern.
Was ist daran so schwierig, das seitenlange Texte nötig sind?
Alles Liebe
Gertrud
 
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Hortensie

Well-Known Member
Hallo Engelslicht
Engelslicht schrieb:
Als Mutter von drei Kindern muß ich mich mich wundern was da für Texte inm Umlauf sind
Kinder sind doch etwas schönes, ich habe auch drei davon :grouphug:
Engelslicht schrieb:
Verwöhne mich nicht! Was ist schlimm daran, Kinder zu verwöhnen? Werden wir nicht auch gerne verwöhnt??? ich meine aber nicht materielle Dinge.
Genau auf diese materiellen Dinge ist das Verwöhnen in dem Text bezogen.
Engelslicht schrieb:
Ist es nicht das wichtigste Kindern Liebe zu schenken und sie so zu erziehen, das sie mit einer großen Portion Selbstvertrauen ausgestattet sind! Ihnen auch zu gestatten NEIN zu sagen, Ihnen Vertrauen zu schenken und ihnen Entscheidungsfreiheit zuzubilligen.
Jaha, so ist es. :jump1: , das habe ich doch in meinem Posting gemeint. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
Engelslicht schrieb:
Kinder lernen von uns und wir lernen von den Kindern.
Was ist daran so schwierig, das seitenlange Texte nötig sind?
Wir wissen das, aber viele Eltern das anscheinend nicht. :cry2:
Schön wäre es, wenn genau diese Eltern sich den Text mal anschauen würden.
LG Tarot
 
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