Reinfriede
Well-Known Member
- Registriert
- 15 Oktober 2004
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- 4.988
Liebe Abendsonne, schönen Urlaub!
Wie Du an diesem Link aus der Wikipedia sehen kannst, gibt es für die Leberzirrhose verschiedenste Ursachen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leberzirrhose#Ursachen
Die Kriterien, ab wann ein Patient auf "die Liste" kommt, setzen sich aus Blutwerten und Untersuchungsergebnissen zusammen. Eine Leberzirrhose führt NICHT zwangsläufig zur Transplantation. Du kannst auch lange eine Leberzirrhose haben, ohne deswegen eine neue Leber zu bekommen.
Wir wissen hier nicht, welche Ursache die Zirrhose von AS Mann hatte - aber er ist in Behandlung deswegen. Dass die Werte sich verbessert haben, spricht dafür, dass die Behandlung anschlägt. Und der Schritt von der Zirrhose zur Transplantation deshalb entweder hinausgezögert wurde oder nicht getan werden muss.
Das heisst aber NICHT, dass die Zirrhose weg ist, die ist nicht mehr reversibel. Die Stadien davor sind noch reversibel, eine Zirrhose nicht. Und zwischen Zirrhose und Transplantation (die nur EIN möglicher Weg der Behandlung ist) gibt es auch noch verschiedene Stadien.
Dass AS Mann nun von der Liste runter ist, bedeutet NICHT, dass er keine Leberzirrhose mehr hat - damit wäre er ein medizinisches Wunder. Es kann bedeuten, dass seine Grunderkrankung (infektiöse Hepatitis als Beispiel) behandelt werden konnte/kann. Die Leber ist trotzdem hinüber, aber er wäre kein Notfall mehr.
Auf gut Deutsch: Einmal Zirrhotiker, immer Zirrhotiker. Und damit absolutes Alkoholverbot, nichtmal in Medikamenten, weil Du als Zirrhotiker den Alkohol schon überhaupt nicht mehr abbauen kannst. Das, was ein gesunder Mensch locker verkraftet, ist für einen Menschen in diesem unwiderruflichen Stadium wie eine Bombe.
Er muss sein ganzes verbleibendes Leben lang aufpassen. Diese Prognose Zirrhose IST eine unumkehrbare Sache - ob er nun auf der Liste steht für Transplantation oder nicht, hat nichts damit zu tun.
Ein Bekannter von mir hat vor drei Jahren eine Le-Zirrhose diagnostiziert bekommen. Er lebt noch immer. Er hat inzwischen blaue Lippen, Weissnägel (sieht ja hübsch aus, aber in dem Zusammenhang braucht man das in etwa wie einen Kropf), feuerrote Handinnenflächen, überall kleine geplatzte Gefäße auf der Haut.
Jetzt ironisch gemeint: Er wird vielleicht noch länger leben, denn die Symptome vom Endstadium fehlen noch. Er hat noch keine blauen Flecken am ganzen Körper, weil die Leber für die Gerinnungsfaktoren zuständig ist und das Blut nicht mehr gerinnen kann - er hat noch keinen dicken Wasserbauch mit sichtbaren Krampfadern, die den Bauch überziehen. Sein Brustwachstum ist sichtbar, aber daran stirbt man nicht. Und dass sein Schambehaarungsmuster inzwischen dem einer Frau ähnelt ("Bauchglatze") wird ihn nicht stören.
Und nein, er hat auch noch keine Speisenröhrungblutung gehabt, die übrigens eine ziemliche Sauerei ist - wenn Du das einmal gesehen (und gerochen!) hast, wie dieses Blut (optisch) literweise aus dem Mund rauskommt und den Boden zu Schmierseife umwandelt, auf der die Helfer regelrecht ausrutschen können - nein, das hatte er auch (noch) nicht. Ist auch unwahrscheinlich, denn das überlebt man dann sehr oft nicht. Diese Leute standen übrigens deshalb auch nicht unbedingt auf der Transplantationsliste....
Der Schein trügt jedoch: Die Symptome des Endstadiums müssen nicht zwingend da sein, bevor Du stirbst. Denn plötzlich schwillt Dein Bauch an, Hämorrhoiden quälen Dich, Luft bekommst Du nicht mehr so richtig, Schreiben fällt Dir schwer, Deine Schrift wird so zittrig und klein, keiner kann sie noch entziffern - und irgendwie sind die Leute um Dich herum seit geraumer Zeit überhaupt so eigenartig.
Du verstehst sie nicht mehr, denn sie reden nur Quatsch. Du bemerkst auch nicht, dass sie eh normal reden, denn DEINE Gedankenwelt hat sich verändert. Du verstehst auch nicht, dass Dich die Leute als unzuverlässig einschätzen, weil Du angeblich nur noch Luftschlösser baust.
Ja, das Leben ist schön dann. In dem Sinne: Prost.
Langes, grausliges Posting, gell? Was ich damit sagen möchte:
Magnet, es gibt soviele Zirrhotiker, die an ihrer Erkrankung sterben, ohne jemals auf "der Liste" gestanden zu sein, dass es in meinen Augen überhaupt kein Kriterium ist, um eine Prognose stellen zu können. Zumindest nicht in dem Umkehrschluss: Keine Transplantation = gesund.
Fakt ist, dass eine Zirrhose nicht umkehrbar ist und der Patient sein Leben lang Gifte (und damit auch Alkohol) meiden muss wie die Pest. Und wenn sich ein Mensch mit dieser Diagnose nicht darüber im Klaren ist, was er tut, wenn er auch "nur" ein Glas Sekt trinkt, dann hat er sich - zumindest als Vater - disqualifiziert. Wenn er keine Kinder hat, ist das seine Entscheidung.
Lg
Reinfriede
Okay, ich probiers mal, wird aber länger, also ein wenig Geduld...kann ein leberkranker säufer, der sich dauernd zuschüttet, dem tod vor 2 jahren noch knapp von der schaufel gehüpft ist, nach dieser zeit von der liste genommen wird?
weil sich die werte durch die permanente sauferei so verbessert haben?
da müsste er wahrscheinlich von nem guru, einem schamanen und vom oberrabbi von jerusalem gleichzeitig behandelt worden sein.
Wie Du an diesem Link aus der Wikipedia sehen kannst, gibt es für die Leberzirrhose verschiedenste Ursachen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leberzirrhose#Ursachen
Die Kriterien, ab wann ein Patient auf "die Liste" kommt, setzen sich aus Blutwerten und Untersuchungsergebnissen zusammen. Eine Leberzirrhose führt NICHT zwangsläufig zur Transplantation. Du kannst auch lange eine Leberzirrhose haben, ohne deswegen eine neue Leber zu bekommen.
Wir wissen hier nicht, welche Ursache die Zirrhose von AS Mann hatte - aber er ist in Behandlung deswegen. Dass die Werte sich verbessert haben, spricht dafür, dass die Behandlung anschlägt. Und der Schritt von der Zirrhose zur Transplantation deshalb entweder hinausgezögert wurde oder nicht getan werden muss.
Das heisst aber NICHT, dass die Zirrhose weg ist, die ist nicht mehr reversibel. Die Stadien davor sind noch reversibel, eine Zirrhose nicht. Und zwischen Zirrhose und Transplantation (die nur EIN möglicher Weg der Behandlung ist) gibt es auch noch verschiedene Stadien.
Dass AS Mann nun von der Liste runter ist, bedeutet NICHT, dass er keine Leberzirrhose mehr hat - damit wäre er ein medizinisches Wunder. Es kann bedeuten, dass seine Grunderkrankung (infektiöse Hepatitis als Beispiel) behandelt werden konnte/kann. Die Leber ist trotzdem hinüber, aber er wäre kein Notfall mehr.
Auf gut Deutsch: Einmal Zirrhotiker, immer Zirrhotiker. Und damit absolutes Alkoholverbot, nichtmal in Medikamenten, weil Du als Zirrhotiker den Alkohol schon überhaupt nicht mehr abbauen kannst. Das, was ein gesunder Mensch locker verkraftet, ist für einen Menschen in diesem unwiderruflichen Stadium wie eine Bombe.
Er muss sein ganzes verbleibendes Leben lang aufpassen. Diese Prognose Zirrhose IST eine unumkehrbare Sache - ob er nun auf der Liste steht für Transplantation oder nicht, hat nichts damit zu tun.
Ein Bekannter von mir hat vor drei Jahren eine Le-Zirrhose diagnostiziert bekommen. Er lebt noch immer. Er hat inzwischen blaue Lippen, Weissnägel (sieht ja hübsch aus, aber in dem Zusammenhang braucht man das in etwa wie einen Kropf), feuerrote Handinnenflächen, überall kleine geplatzte Gefäße auf der Haut.
Jetzt ironisch gemeint: Er wird vielleicht noch länger leben, denn die Symptome vom Endstadium fehlen noch. Er hat noch keine blauen Flecken am ganzen Körper, weil die Leber für die Gerinnungsfaktoren zuständig ist und das Blut nicht mehr gerinnen kann - er hat noch keinen dicken Wasserbauch mit sichtbaren Krampfadern, die den Bauch überziehen. Sein Brustwachstum ist sichtbar, aber daran stirbt man nicht. Und dass sein Schambehaarungsmuster inzwischen dem einer Frau ähnelt ("Bauchglatze") wird ihn nicht stören.
Und nein, er hat auch noch keine Speisenröhrungblutung gehabt, die übrigens eine ziemliche Sauerei ist - wenn Du das einmal gesehen (und gerochen!) hast, wie dieses Blut (optisch) literweise aus dem Mund rauskommt und den Boden zu Schmierseife umwandelt, auf der die Helfer regelrecht ausrutschen können - nein, das hatte er auch (noch) nicht. Ist auch unwahrscheinlich, denn das überlebt man dann sehr oft nicht. Diese Leute standen übrigens deshalb auch nicht unbedingt auf der Transplantationsliste....
Der Schein trügt jedoch: Die Symptome des Endstadiums müssen nicht zwingend da sein, bevor Du stirbst. Denn plötzlich schwillt Dein Bauch an, Hämorrhoiden quälen Dich, Luft bekommst Du nicht mehr so richtig, Schreiben fällt Dir schwer, Deine Schrift wird so zittrig und klein, keiner kann sie noch entziffern - und irgendwie sind die Leute um Dich herum seit geraumer Zeit überhaupt so eigenartig.
Du verstehst sie nicht mehr, denn sie reden nur Quatsch. Du bemerkst auch nicht, dass sie eh normal reden, denn DEINE Gedankenwelt hat sich verändert. Du verstehst auch nicht, dass Dich die Leute als unzuverlässig einschätzen, weil Du angeblich nur noch Luftschlösser baust.
Ja, das Leben ist schön dann. In dem Sinne: Prost.
Langes, grausliges Posting, gell? Was ich damit sagen möchte:
Magnet, es gibt soviele Zirrhotiker, die an ihrer Erkrankung sterben, ohne jemals auf "der Liste" gestanden zu sein, dass es in meinen Augen überhaupt kein Kriterium ist, um eine Prognose stellen zu können. Zumindest nicht in dem Umkehrschluss: Keine Transplantation = gesund.
Fakt ist, dass eine Zirrhose nicht umkehrbar ist und der Patient sein Leben lang Gifte (und damit auch Alkohol) meiden muss wie die Pest. Und wenn sich ein Mensch mit dieser Diagnose nicht darüber im Klaren ist, was er tut, wenn er auch "nur" ein Glas Sekt trinkt, dann hat er sich - zumindest als Vater - disqualifiziert. Wenn er keine Kinder hat, ist das seine Entscheidung.
Lg
Reinfriede