meine Schwiegermutter (langer Text)

Starship

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21 November 2005
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Hallo,

erstmal möchte ich mich für eure Hilfe damals bedanken. Dass ihr euch so viele Gedanken gemacht habt, finde ich super – danke.
Nunja, ich möchte gerne an der Stelle das Ganze fortsetzen. In der Zwischenzeit ist viel passiert – und ich weiß einfach schon wieder nicht mehr weiter bzw. ich möchte gerne mal andere Meinungen hören. ( für die, die sich nicht erinnern oder meinen Thread nicht kennen, bitte durchlesen, da steht viel zur Vorgeschichte drin )https://www.lebensfragen.com/forum/showthread.php?t=16057&highlight=mutter+meines+freundes
Für die, die den Beitrag nicht kennen bzw sich nicht mehr erinnern können, wäre es hilfreich, sich alles noch mal durchzulesen. So muss ich nicht noch mal die ganze Vorgeschichte schreiben. 
Nun, Weihnachten 05 verlief relativ ruhig, wir waren bei ihr und es lief gut. Dazu muss ich sagen, dass ich heute weiß, dass meine Schwiegermutter sehr gut schauspielern kann. Man kann sich also vor 1 Stunde noch mit ihr gestritten haben – sobald aber etwas ansteht ( beispielsweise eben Weihnachten oder Geburtstag etc. ) und auch vielleicht fremde dabei sind, tut sie so, als ob nie was passiert wäre. Auch wenn man sie nicht kennt – man würde nie denken, dass sie psychisch krank ist. Sie macht nach außen hin einen total stabilen und taffen Eindruck.
Na gut, im April 06 fing es dann wieder an. Bis dahin verlief alles sehr ruhig. Also, in dem Monat sind ein paar Sms hin und hergegangen zw. Ihr und mir. Es ging darum, dass sie ein Probl. Mit ihrem PC hatte und daraufhin bei uns anrief. Mein Mann half ihr dann auch, so gut er konnte. Aber bei dem Telefonat gab es kein „Danke“, „Bitte“ oder „wie geht es euch“ oder „stör ich vielleicht“. Nichts dergleichen. Als mein Mann ihr also half und das Problem für sie gelöst war, verabschiedete sie sich und gut wars. Da ist mir die Hutschnur geplatzt und ich schrieb ihr eine Sms mit dem Hinweis, dass ich es nicht gut finde, wie sie sich verhalten hat. Daraufhin kam eine Sms von ihr zurück, ich hätte ja überhaupt keine Ahnung von ihren Problemen, was ich mich da einmischen müsste und dass sie sich von ausgerechnet mir so was nicht sagen lassen müsste. Da vergaß sie aber, dass ich auch immer da war, wenn es ihr schlecht ging und dass ich mir auch Gedanken um sie machte. Einmal war es z.B. so, dass wir tagelang nichts von ihr gehört hatten und ihr damaliger Freund von ihr wieder Selbstmorddrohungen bekam. Da sie nicht an ihr Handy ging, fuhren wir zu ihr. Sie machte aber auch nicht auf. Also fuhren wir wieder nach Hause, und als wir am nächsten Tag immer noch nichts hörten schickten wir die Polizei und den Krisendienst zu ihr. Da machte sie wohl die Tür auf und fragte, was denn los sei, ihr würde es doch super gehen. Und so führ der Krisendienst wieder davon. Das ist nur eine von vielen Geschichten, in denen ich auch beteiligt war und ich mir Gedanken machte, ja sogar Angst hatte sie könnte sich wirklich was angetan haben.
Naja, jedenfalls brachen wir nach dieser Zeit den Kontakt ab, das hielt so ca. 3 Monate. Ihr neuer Lebensgefährte ermunterte sie, wieder Kontakt mit uns aufzunehmen. Sie entschuldigte sich auch und alles war wieder in Ordnung. Wir trafen uns ein paar Mal mit ihr und ihrem Lebensgefährten und verstanden uns super, auch mit ihrem neuen Lebensgefährten.
Nun komme ich langsam zu dem eigentlichen Problem.
Dieser Lebensgefährte hat Kinder, davon eine Tochter, die 14 Jahre ist und bei ihrer Mutter wohnte. Im Sommer äußerte sie jedoch den Wunsch, zum Vater zu ziehen, da sie bei der Mutter immer hinten angestellt war und da auch einige Sachen durchmachen musste. Meine Schwiegermutter kannte seine Tochter( ich nenn sie einfach mal Lisa, zum besseren Verständnis ) damals noch nicht und stimmte zu, dass man sie von der Mutter wegholen müsse. Sie stand also voll hinter ihrem Lebensgefährten. Im Sommer, als der Gerichtstermin schon feststand, fuhren die drei mit ein paar Freunden in den Urlaub und meine Schweigermutter lernte Lisa kennen. Nach diesem Kennenlernen änderte sie abrupt ihre Meinung, sie wollte nun doch nicht mehr, dass Lisa zu ihrem Vater zieht, da sie der Ansicht ist, dass sie schwierig sei und sie habe keine Lust mehr, noch ein Kind zu erziehen. Dazu muss ich sagen, dass Lisa wirklich nicht ganz einfach ist, sie hat eher den Stand einer 12-jährigen und ist sehr verschlossen. Meine Schwiegermutter merkte wohl schon im Urlaub, dass nun nicht mehr die ganze Aufmerksamkeit ihres Lebensgefährten ihr gilt, sondern auch Lisa. Wie gesagt, der Gerichtstermin, der entscheiden sollte, dass Lisa zu ihrem Vater zieht, stand zu dem Zeitpunkt schon fest. Und meine Schweigermutter verlangte von ihrem Lebensgefährten, alles rückgängig zu machen, weil sie damit nicht klarkommen würde. Dass dann aber eine Welt für Lisa zusammengebrochen wäre, war ihr nicht klar. Der Lebensgefährte sah es jedoch als seine Aufgabe an, Lisa zu sich zu nehmen und so machte er es auch.
Als wir damals den Kontakt wieder zu meiner Schweigermutter aufnahmen, wussten wir davon noch nichts. Meine Schwiegermutter hat auch nie durchscheinen lassen, dass sie das nicht wollte, sie machten zu dritt immer einen glücklichen Eindruck. Aber das ist ja das, was ich vorhin schon beschrieb, sie kann super schauspielern.
Beide haben eine eigene Wohnung, meine Schweigermutter war jedoch immer bei ihrem Lebensgefährten, kümmerte sich da um den Haushalt und um Lisa, da er arbeiten ist.
Sie tat dies ihrem Lebensgefährten zuliebe, da sie Angst hatte, dass wenn sie nicht „funktioniert“, ihr die Liebe entzogen wird und sie abgeschoben wird. So war es wohl schon ihr ganzes Leben lang, das fing wohl schon in der Kindheit so an und setzte sich die ganzen 30 Jahre bei ihrem Exmann fort. Deswegen sitzt das so bei ihr drin, dass sie es versuchte.
Dazu kommt, dass mein Mann und ich aus beruflichen Gründen im Okt. In der Stadt, in der meine Schweigermutter wohnt, eine Wohnung suchten und wir in dieser Phase bei ihr wohnen durften. Derweil wohnte meine Schwiegermutter bei ihrem Lebensgefährten und bei Lisa.
In der Zeit ging es ihr immer mal wieder schlecht, da sie mit der Situation überfordert war. Sie bekam nach ihrer Auffassung nicht mehr genug Liebe von ihrem Lebensgefährten, da dieser sich auch um Lisa kümmern musste, sie musste den Haushalt machen und sie hatte immer wieder folgendes vor Augen: Ihr Lebensgefährte versprach ihr am Anfang der Beziehung das blaue vom Himmel. Beide würden ihr Leben hinter sich lassen, sich gemeinsam ein neues aufbauen, sich eine gemeinsame Wohnung suchen. Er versprach ihr, aufgrund dessen dass er ihre Vorgeschichte kennt, sie müsse sich bei ihm nicht verbiegen, er würde sie so lieben wie sie ist, er würde nicht die gleichen Fehler machen wie ihr Exmann usw.
Ihrer Ansicht nach war die Anfangszeit der Beziehung ( ohne Lisa ) die schönste Zeit ihres Lebens, und dann kommt eine Tochter und macht das alles kaputt. Ihrer Auffassung nach hat ihr Lebensgefährte Lisa sogar den Floh ins Ohr gesetzt, sie solle zu ihm ziehen. Das können wir jedoch nicht beurteilen, da wir in der Zeit keinen Kontakt zu denen hatten.
Jedenfalls bekommt nun meine Schweigermutter die Aufmerksamkeit, die sie sich vorstellt, nicht. Sie muss sie mit Lisa teilen. Sie muss ihren Lebensgefährten mit Lisa teilen, und das kann sie nicht. Sie musste in der Zeit, in der wir in ihrer Wohnung wohnten, den Haushalt schmeißen bei ihrem Lebensgefährten, da sie sonst ein schlechtes Gewissen gehabt hätte und sie ihrer Meinung nach keine Liebe mehr bekommt. Sie bezeichnet Lisa heute als „Monster“, als „Eindringling“, der sich mit Absicht in die Beziehung gemischt hätte um diese kaputt zu machen. Sie sagt zu ihrem Lebensgefährten, er hätte das alles geplant, dass er arbeiten geht und sie „Mutter und Hausmütterchen“ spielt und sich um alles kümmert. Im Grunde hasst sie Lisa.
Als mein Mann und ich das alles noch nicht wussten und wir nur die „heile Familie“ sahen, da meine Schwiegermutter das nach außen auch so wiedergab, dachte ich: Mensch, du hast hier eine neue Frau vor dir. Meine Schwiegermutter kam mir so glücklich vor, sie war ein ganz anderer Mensch, ich verstand mich super mit ihr und dachte mir, wow, so kann es bleiben, so habe ich eine tolle Schwiegermutter. Wir hatten Spaß zusammen, trafen uns wahnsinng oft abends usw. Dass es damals schon ganz anders in ihr aussah, wissen wir heute erst.
Wir bekamen das alles erst nur langsam mit. Wir sprachen mit ihrem Lebensgefährten ( der uns heute ein richtig guter Freund geworden ist ) und auch mit ihr, einzeln. Da kam alles erst ans Licht. Oder als sie mir von Streitigkeiten zwischen ihr und ihm erzählte.
Vor Silvester fiel sie wieder in ein Loch, sie war mit allem überfordert. Sie verschanzte sich in ihrer Wohnung und es kamen komische Sms. Mein Mann und ich wollten zu ihr, um uns um sie zu kümmern, sie aufzuheitern etc. Sie wollte nur ihren Lebensgefährten sehen, der zu dem Zeitpunkt aber nicht konnte und nicht wollte. Seine Kraft ist auch am Ende. Am Neujahrstag gingen Sms zwischen den beiden hin und her, Telefonate folgten, bei denen sie hysterisch war und schrie. Wir waren zu dem Zeitpunkt bei ihm. Sie drohte wieder mit Selbstmord, wenn ihr keiner helfen würde. Da sie dies schon so oft androhte, aber nur selten es wahrmachte, gab ihr Lebensgefährte nichts drauf. Bis eine Sms kam, die uns vom Hocker riss. Sie fing so an: „Adio, ihr Lieben, es ist vollbracht….“ Daraufhin schickten wir Polizei dahin, die in die Wohnung einbrach und sie im Bad in der Dusche fand, Pulsadern aufgeschnitten und total betrunken. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Als wir in die Wohnung kamen, traf mich der Schlag: sie hatte im Bad einen richtigen Altar aufgebaut. Ihr Bilder von ihrem Lebensgefährten an der Wand, Kerzen, Flasche Wein…
Ihr Arzt teilte uns mit, dass sie hätte die ganze Nacht liegen müssen, erst dann hätte es wahrscheinlich geklappt. Bedeutet, der Schnitt war oberflächlich. Auch die Sms sagt ja aus, dass es ein Hilfeschrei war, ein Aufmerksamkeit rufen.
Nur wir wissen langsam nicht mehr weiter. Sie ist jetzt wieder zu Hause und lebt ihr Leben weiter. Ihr Lebensgefährte weiß noch ein noch aus, er ist noch mit ihr zusammen, mehr oder weniger aus Mitleid. Sie meint auch, wenn er sie verlässt, bringt sie sich um. Sie erpresst ihn jedes Mal aufs Neue. Und sie streiten so gut wie jeden Tag. Es kommt immer wieder das gleiche Thema zur Sprache : Lisa. Wie gesagt, sie betitelt Lisa als Monster etc. und wirft ihm vor, er hätte es damals anders machen müssen, nämlich so, wie sie es gesagt hat. Sie liebt ihn und er gibt ihr zu wenig Aufmerksamkeit, er hat ihr damals so viele Versprechungen gemacht die er nun nicht mehr einhalten kann. Sie will ihn nur für sich und das geht nun mal nicht. Sie kommt mit der Situation einfach nicht klar, auch nicht damit, dass sie sich nur ab und zu sehen, weil sie eben getrennte Wohnungen haben und sie mit Lisa nichts zu tun haben will.
Mein Mann und ich, wir können bald auch nicht mehr. Immer kommen beide zu uns mit ihren Problemen, wir werden mit reingezogen. Wir haben beide live mit erlebt, wie sie sich das Leben nehmen wollte. Sie will auch keine Therapie, die länger geht. Sie meint, sie ist therapiemüde. Aber es hat ja nicht geholfen. Es dreht sich alles nur um das eine Thema.
Dazu kommt, dass sie mich nicht akzeptiert. Wenn wir beide bei ihr sind, und sie spricht etwas an, was uns beide betrifft, spricht sie immer nur meinen Mann an. So in der Art „Deine Wohnung, deine Küche“ usw. Sie hat mich noch nie akzeptiert.
Ich habe einfach keine Lust mehr auf die Frau. Sie hat schon soviel Kraft geopfert, von uns beiden. Wir haben auch ein eigenes Leben, wir sind frisch verheiratet, unsere Wohnung muss fertig gemacht werden, wir haben genug eigene Probleme.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Mein Mann kann bald auch nicht mehr, klar, er will ihr immer helfen. Aber er macht sich dadurch auch kaputt, und das merkt er nicht. Ich möchte einfach nicht, dass sich immer alles um sie dreht. Sie ist doch, auch wenn sie krank ist, für sich selbst verantwortlich. Und wir haben so oft versucht zu helfen mit Gesprächen, aber wir sind nun mal keine Therapeuten. Und ihrer Meinung nach versteht sie sowieso keiner, wir sind alle gegen sie. Natürlich können wir sie verstehen, auf einer Art. Ihr wurde das balue vom Himmel versprochen und nun ist es eben anders gekommen. Aber für diese Situation kann keiner was. Und dass sie Lisa so schlecht macht und sie als Monster betitelt, und dass sogar, wenn Lisa dabei ist…. Sie will Lisa am liebsten total verändern, eben weil sie nicht so einfach ist. Aber das geht nun mal nicht, Lisa ist noch ein Kind und muss erstmal zu sich finden, sie hatte auch keine leichte Zeit.
So, das war ganz schön viel.
Vielen Dank fürs Lesen, ich musste mir das alles mal von der Seele schreiben. Wenn es ein wenig unverständlich ist, einfach nachfragen. Ich habe sicherlich die ein oder andere Kleinigkeit auch vergessen.

Starship
 
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AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hallo Starship,

ich kann Dich gut verstehen, bei uns steht auch gerade die Schwiemu (Schwiegermutter)-Problematik an...

also: ich habe den Eindruck, dass Deine Schwiemu sehr krank ist und dass sie eigentlich in stationäre Behandlung gehört und nicht nach draußen. Zumindest müsste sie eine Therapie machen, wo sie fast ständig betreut wird.

Nun zur Monster-Problematik: In diesem Fall kann ich Deine Schwiemu etwas verstehen. Ein Dritter, in diesem Fall Lisa, der in eine Beziehung einbricht (bei uns die Schwiemu) ist immer eine Belastung. Ich nehme mal an, anfangs meinte es Deine Schwiemu noch gut mit Lisa und stellte sich dieses Leben mit der Tochter des Lebensgefährten leichter vor, als es sich dann herausstellte.

Die Versprechungen des Lebensgefährten, die er am Anfang machte, sind auch nicht von der Hand zu weisen. Er teilte ja mit, dass beide ein neues Leben beginnen. Dem ist nun nicht so, aber das Kind (Lisa) ist dafür nicht nur allein verantwortlich zu machen.

Es ist wirklich eine schwierige Situation. Dieses Problem, nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen, zieht sich wohl wie ein roter Faden durch das Leben Deiner Schwiemu. Dagegen kann man jedoch etwas tun, bzw. daran arbeiten. Dazu ist sie jedoch aufgrund ihrer psychischen Lage im Moment nicht imstande.

Ich verstehe auch die Ärzte nicht, die Deine Schwiemu einfach entlassen haben. Es ist doch ersichtlich, dass sie dringend stationär Hilfe braucht!

Nun zu Dir: Ich kann Dich auch sehr gut verstehen, weil die Schwiemu wiederum ständig in Euer Leben einbricht (hat meine auch versucht...) und das ist extrem belastend, da kann man nichts beschönigen.

Was ist zu tun? Für Dich bleibt eigentlich nur, Dir Deinerseits Hilfe zu suchen. Damit meine ich keine Klappsmühle, sondern eine Frauenberatungsstelle, wo Du auch psychologische Gespräche führen kannst (keine Therapie!).

Dann kannst Du Dir dort nämlich gute Ratschläge einholen. Ich glaube, für Deinen Mann und Dich ist es schwer, allein mit den vielen Problemen klar zu kommen. Diese Belastung ist viel zu hoch.

Es gibt z.b. das Frauenkrisentelefon Berlin, wenn Du magst, kannst Du auch aus einem anderen Ort anrufen.

Für den Lebensgefährten Deiner Schwiemu ist die ganze Situation auch nicht leicht und er würde sich vermutlich am liebsten verabschieden von der Schwiemu. Er müsste sich mit Lisa eigentlich auch eine Hilfe in Gestalt einer Familienberatungsstelle suchen. Das Mädchen wird auch auf die ganze Situation entsprechend reagieren.

Hilfreich wäre es für Deine Schwiemu, wenn ihr Lebensgef. ihr sagen würde, dass er gar nicht von ihr erwartet, dass sie ständig funktioniert. Das würde ihr schon einmal den Druck nehmen. Vielleicht kann er sich sogar eine Haushaltshilfe nehmen?

Dann reduziert sich nämlich die Beziehung Deiner Schwiemu und des Lebensgef. auf die Paar-Ebene. Vielleicht kann der Lebensgefährte auch einige Dinge mit Lisa allein unternehmen und sie bleibt auch mal abends allein zu Hause, damit er wiederum mit Schwiemu einen ungestörten Abend verbringen kann. Dann ist die explosive Luft raus.

Bitte wende Dich an eine Frauenberatunsstelle und trage diese Last nicht allein, denn das musst Du nicht.

Was die Ablehnung durch Deine Schwiemu betrifft, kann ich Dir das nachfühlen, denn das läuft bei uns auch gerade :confused: von Enterbung bis Wohnungsverkauf ist bei uns alles drin :nudelwalk

Du bist nicht allein. Du und Dein Mann, haltet bitte zusammen, dann kann sie Euch nix. Sie ist krank, sie braucht professionelle Hilfe, damit seid ihr überfordert.

lieben Gruss und lass den Kopf nicht hängen wegen des Drachens :stickout2

Althea
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Liebe althea,

erstmal danke ich dir sehr für deine Antwort und dafür, dass du meinen doch recht langen Text gelesen hast.

Wir sind auch alle der Ansicht, dass sie in stationäre Behandlung gehört. Sie weiß, wie wir darüber denken. Es gab auch schon ein Gespräch kurz nach ihrem Suizidversuch in der Klinik, in der sie für ein paar Tage war, mit ihrer Ärztin, ihrer Betreuerin, ihrem Lebensgefährten, meinem Mann und mir. Ihr Lebensgefährte sagte ihr, dass er so nicht mehr weitermachen könne und dass wenn sie sich nicht in stationäre Behandlung begibt, es dann aus ist zw. den beiden. Da fühlte sie sich erpresst und sagte, jetzt erst recht nicht.
Wir verstehen auch nicht, warum Fachkräfte sie wieder in die Freiheit gelassen haben nach dem ganzen Theater und nach der meiner Meinung nach immernoch bestehenden Suizidgefahr. Uns wurde gesagt, man könne sie schließlich nicht zwingen. Ich habe da allerdings anderes gehört... aber nun gut.
Meine Schwiemu geht 1x pro Woche zu einer "Tiefentherapie", das schon gut 2 Jahre. Und sie ist der Ansicht, das würde reichen, es wäre keine weitergehende Theapie nötig.

Natürlich sind die Versprechungen des Lebensgefährten nicht von der Hand zu weisen, aber Lisa ist jetzt nunmal da und man kann sie nicht mehr wegstoßen. Und meiner Meinung nach trägt Lisa keine Schuld, denn sie wollte nur, wie es ihr auch zusteht, zu ihrem Vater ziehen. Dass sie dort eine psychisch kranke und total instabile Person antreffen wird, wusste sie ja nicht. Und der Lebensgefährte sagt heute auch, dass er sich das auch ein wenig anders vorgestellt hatte und absolut nicht damit gerechnet hat, dass seine Tochter zu ihm möchte. Aber er sagt auch, dass er Verantwortung für sein Kind hat und die auch jederzeit wahrnehmen muss.

Ihr Lebensgefährte sagte ihr bereits mehrmals, dass sie nicht funktionieren muss und dass sie auch den Haushalt nicht unbedingt machen muss. Und wenn sie es macht, dann erkennt er es auch an. Aber bei meiner Schwiemu kann man leider reden wie gegen eine Wand. Das interessiert sie alles nicht, was man ihr sagt. Sie meint immer, kein Mensch würde sie verstehen. Und sie wirft ihm ja auch vor, er hätte sich das alles schön so ausgerechnet - sich eine Lebensgefährtin anschaffen, seine Tochter zu sich holen, er geht arbeiten und sie kümmert sich um Töchterchen und Haushalt. Ihr wurde auch schon mehrmals versichert, dass das sicher nicht so geplant war, aber sie glaubt einem nicht - k e i n e m.

Das was du beschrieben hast, dass er auch mit Lisa Dinge allein unternehmen kann und andersrum genauso - das hat meine Schwiemu vorgeschlagen. Nach ihren Aussagen hätte das ihr Lebensgefährte nicht gewollt, also dem nicht zugestimmt. Daraufhin sprachen mein Mann und ich mit ihm und er stritt ab, das jemals gesagt zu haben. Da meine Schwiemu sich gerne Sachen so dreht, wie sie es gern hätte - und das nicht selten - glaubten wir ihm. Wir teilten ihr also seine Aussagen mit und dann kam von ihr nur "toll, dann werde ich also auf Besuchsrecht degradiert". Hallo? Sie hat es doch selbst vorgeschlagen.

Nunja, ich bin im Moment auf dem Standpunkt, dass ich nix mehr von der Frau wissen will. Sie ist am Samstag wieder total ausgeflippt, wurde hysterisch, schrie rum und drückte auf die Tränendrüse. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich ertrage das nicht mehr.
Gestern gab es dazu auch noch Streit mit meinem Mann - deswegen. Als ich gestern arbeiten war, rief sie wohl an und heulte ihm die Ohren voll. Soweit wir wissen, ist sie am Monatgabend nach einem Streit zw. ihr und ihrem Lebensgefährten zu ihm gefahren und hat geklingelt. Er machte aber nicht auf, und so klingelte sie bei Nachbarn und stand dann bei ihm im Treppenhaus vor der Tür und klopfte laut. Er ließ sie nicht rein und schrieb ihr eine Sms, dass es jetzt ganz aus ist. Er ist mit seinen Kräften auch am Ende - ich kann ihn total verstehen, ich würde auch nicht mit so einer Frau zusammensein wollen.
Nunja, sie bat meinen Mann gestern also am Telefon, ob wir nicht zu ihrem Lebensgefährten fahren könnten und ihm sagen, dass er sich bei ihr melden soll und ihr wenigstens mitteilen soll, dass es nicht ganz aus und vorbei ist. Früher haben wir das wirklich gemacht, wir sind auf ihren Wunsch hin zu ihm gefahren und haben mit ihm gesprochen und auf ihn eingeredet, damit er einlenkt. Mein Mann meinte dann gestern zu ihr, wir hätten keine Zeit, wir müssten noch Essen machen wenn ich wieder da bin usw.
Allerdings hat er mit ihr wieder über die Sache gesprochen. Und das versteh ich nicht. Wenn sie jemanden zum Zuhören braucht, soll sie öfter zu ihrer Therapeutin gehen und sich da ausheulen. Aber mein Mann lässt das alles mit sich machen und findet das auch nicht schlimm, wenn sie sich bei him ausheult. Ich möchte das aber nicht mehr. Am liebsten wärs mir, wenn wir den Kontakt ganz abbrechen. Dass das nicht geht, ist mir klar. Genauso sagt er zu ihr, wir hätten keine Zeit. Wieso sagt er nicht, wir wollen das nicht mehr? Wieso sagt er ihr nicht, wir wollen von dem Thema nichts, aber auch gar nichts mehr hören? Ich verstehe ihn nicht. Wie gesagt, gab es deswegen gestern noch einen heftigen Streit. Und das ist genau das, was ich meine: sie bestimmt langsam unseren Alltag, nur s i e ist noch Thema.
Wenn wir beide doch am gleichen Strang ziehen könnten... aber er hat von dem Ganzen eine ganz andere Meinung. Verlange ich denn zu viel, wenn ich möchte, dass er sich nicht vollheulen lässt von ihr und ihr sagt,dass wir Zeit hätten, aber einfach nicht wollen? Weil wir meinen, dass sie erwachsen ist und das selbst regeln muss? Nein, er sieht es anders und macht immer weiter. Er meint, ich will ihm meine Meinung aufzwängen.
Wie kann ich damit umgehen? Mit der Situation? ich weiß es nicht. ich möchte so gerne eine klare Linie verfolgen - mit ihm zusammen.
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hi Starship,
Starship schrieb:
...Dazu kommt, dass sie mich nicht akzeptiert. Wenn wir beide bei ihr sind, und sie spricht etwas an, was uns beide betrifft, spricht sie immer nur meinen Mann an. So in der Art „Deine Wohnung, deine Küche“ usw. Sie hat mich noch nie akzeptiert.
Ich habe einfach keine Lust mehr auf die Frau...
DAS kommt mir sehr bekannt vor. Das könnte von mir sein. Ich habe ja das gleiche Problem. Meine SM ist auch psychisch krank. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber mir hat eine Therapeutin mal gesagt: "Man kann nur gesunde Menschen therapieren. Keine Kranken."
Wobei es mit meiner nicht so extrem wie bei dir ist...sie droht nicht mit Selbstmord eher mit....dann seit ihr Schuld, wenn ich wieder in die Psychiatrie muss. Es ist nicht so krass wie bei dir, aber halt sehr ähnlich.
Ich habe mich kürzlich mit jemandem darüber unterhalten und bekomme demnächst Tipps von einer damit geschulten Person, wie damit umzugehen ist, aber das dauert noch eben, ich warte schon.
Für mich habe ich voerst entschieden dahin zukommen, daß sie mir mehr oder weniger egal ist. Das ich nicht soviele Gefühle investiere, weil es nichts bringt. Weder im positiven noch im negativen Sinne.
Wenn ich Bescheid habe, schreibe ich dir wieder hier hinein.
LG und viel Kraft
Penelope
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Oh, hallo Penelope,

schön, dich wieder zu lesen :-)

Ja, das wird es sein. Das ist mein Fehler, ich investiere einfach zu viel Kraft und zu viele Emotionen in diese Frau. Wie oft habe ich schon hier gesessen und mir Gedanken gemacht oder geweint. Oder wie oft habe ich solche Wut auf meine Schwiemu, dass ich nur noch Hass für sie empfinde. Andersherum empfinde ich auch Mitleid für sie. Es ist wirklich ein wahres Wechselbad der Gefühle, mal so, mal so.
Ich weiß nicht, ob ich es mal schaffe, soweit wie du zu kommen, dass sie mir nur noch egal ist. Dann höre ich wieder was von meinem Mann, weil er mit ihr gesprochen hat, und schon geht es wieder los. Schon mache ich mir wieder Gedanken um sie oder darum, warum mein Mann sich überhaupt mit ihr unterhalten hat - denn auch wenn er ihr zuhört und Ratschläge gibt, man kommt einfach nicht weiter. Es dreht sich immer und immer wieder im selben Kreis, aus dem man einfach nicht mehr raus kommt. Es kommt dabei einfach keine Lösung für das Problem zu Stande. Sie soll sich einfach mit Therapeuten darüber unterhalten, sich bei denen ausheulen und Ratschläge holen - schließlich sind das Fachleute, die - das sollte man meinen und auch stark hoffen - viel mehr Ahnung haben von der Materie - und ihr Leben, wenn auch allein und ohne Mann, endlich wieder in den Griff kriegen. Dafür sind wir, auch nicht mein Mann, nicht zuständig. Nichts wünsche ich mir momentan mehr.....
Penelope, ich freue mich, bald wieder von dir zu hören.
Vielen Dank dir.

LG

Starship
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hi Starship, du sprichst mir aus der Seele:
... ich investiere einfach zu viel Kraft und zu viele Emotionen in diese Frau. Wie oft habe ich schon hier gesessen und mir Gedanken gemacht oder geweint. Oder wie oft habe ich solche Wut auf meine Schwiemu, ... Andersherum empfinde ich auch Mitleid für sie. Es ist wirklich ein wahres Wechselbad der Gefühle, mal so, mal so.

Starship schrieb:
Ich weiß nicht, ob ich es mal schaffe, soweit wie du zu kommen, dass sie mir nur noch egal ist.
...ich bin noch lange nicht soweit (leider), da muss ich auch erst noch hinkommen. Ich weiß, ich muss meine Einstellung zu ihr ändern. Aber ich werde mich melden, sobald ich Bescheid habe.
Penelope
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hallo ihr Beiden :)

dann sitzen wir eigentlich zu dritt in einem Boot. Bei mir ist es mittlerweile soweit, dass ich meine Schwiemu nicht mehr bemitleide und dass ihr Verhalten wohl auf einen Kontaktabbruch hinausläuft.

Der Hausarzt sagte meiner Schwiemu: ich mache mir Sorgen um Ihre Psyche! Ich versuche mal, es kurz zu schildern: ihr gehört hier noch ein Teil der Wohnung, in der ich mit ihrem Sohn lebe und sie hat Hepatitis C und kam jedes Vierteljahr für ca. eine Woche her zum Blutabnehmen (anstatt in ihrer Heimatstadt zum Arzt zu gehen). Beim letzten Besuch knallte es und sie rauschte empört ab. :nudelwalk

Dann gingen Briefe hin und her (würde zu weit führen, das jetzt alles zu schildern) und das Ende vom Lied: diese Wohnung wird wohl verkauft und dann ist Ruhe und wir brechen den Kontakt ab.

Sie enterbt ihren Sohn.

Nunja, soll sie...sie ist sauer, eifersüchtig auf mich...wollte ihren Sohn erpressen mit Tränen usw....:nudelwalk

Ich kann Euch also gut verstehen. Mir ist sie auch nicht liebevoll entgegen getreten...:escape:

Vielleicht wäre für Dich, Starship, auch eine Lösung, wenn Dein Mann seiner Mutter eher in einem Brief seine Meinung mitteilt, z.B. dass ihr nicht mehr wollt und könnt.

Die Schwiemu ist es bestimmt nicht wert, dass die Beziehung kaputt geht. Das kann ja theoretisch noch 2o oder 30 Jahre lang so weiter gehen...:nono:

Man muss sich abgrenzen, überhaupt, wenn man schon alles mögliche probiert hat. Ich hatte direkt Schmerzen im linken Arm, als sie abreiste. Das ist es nicht wert.

Althea
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hallo,

ich versteh Eure Problematik sehr gut.
Ging es mir mit meiner Mutter doch so. Und ich habe den Kotakt rigoros 1995 abgebrochen, mein Mann hat immer zu mir gehalten und meinte nur, es ist Deine Verwandtschaft, ich halte mich da raus.
Meine Mutter starb im letzten Oktober, ohne Kontakt mit mir. Ich kann es nicht anders sagen, sie war eine böse alte Frau........seitdem telefoniert miene Schwester jeden zweiten Tag mit mir, die bis dahin über 15 Jahre überhaupt keinen Kotakt zu mir hatte.

Ihr müßt Euch abgrenzen, Ihr lebt ein Leben zu Zweit, Eure Mutter / Schwiegermutter gehört nicht dazu! Egal ob Tränendrüse oder Selbstmordgedanken anstehen. Ihr könnt auch nicht das Leben Eurer Mutter / Schwiegermutter leben, das muss sie selbst tun.
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Danke nochmal für eure Gedanken, die ihr euch darum macht, Althea, Spätzin und Penelope.
Althea, die Idee mit dem Brief finde ich sehr gut. Meinem Mann fällt es sowieso schwer, sich in solchen Dingen so auszudrücken, dass es klar und deutlich rüberkommt. Bei einem Brief ( in dem Falle eher eine EMail :-) ) hat er genug Zeit zum Nachdenken, wie er was formuliert, ohne dass er direkt mit ihr sprechen muss.
Wir haben gestern nochmal miteinander gesprochen und er hat nachgedacht nach unserem Streit vorgestern und ist zu dem Schluss gekommen, dass es wohl doch besser wäre, sich ein wenig abzugrenzen. Ihm würde es zwar nicht leicht fallen, so wie er sagte, aber er möchte es machen. Er tut mir, unserer Beziehung und natürlich auch sich einen großen Gefallen damit. Es geht ja nicht darum, den Kontakt ganz abzubrechen, aber ein wenig Abstand zu ihr und der ganzen Sache würde uns sicherlich gut tun. Zumal wir wirklich im Moment auch andere Probleme haben.
Also, wie gesagt, ich habe ihm das mit der EMail auch schon vorgeschlagen und er findet die Idee auch gut. Mal sehen, was dabei rauskommt.
Danke für eure Hilfestellungen,

Starship
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Ich bin hier ,sehr neu´ - und acker mich da mal durch - übrigens - grüß euch...

Da ich ja auch durch eine Lebensschule gehen musste - so quasi ,einmal Hölle und zurück´ stellt sich mir bei diesem Thema die Frage:
Sind an dem Dilemma wirklich nur immer die Schwiegermütter ,schuld´?
Wie ist es mit den Schwiegertöchtern?
Wer hat denn nun wirklich das ,Zepter´in der Hand?
Die Mutter, die den Sohn getragen, geboren, großgezogen, Freude, Sorge und Leid mit ihrem Kind geteilt hat?
Oder ist es die junge Frau, die dem jungen Mann etwas zu bieten hat, das die Mutter eben nicht kann - nämlich die Sexualität- mit der die junge Frau den jungen Mann ,in der Hand´hat (nach allen Regeln der Kunst!) - und damit die Mutter zurückzudrängen versucht - aus welchen Beweggründen auch immer?!



Nur so ein Gedanke in den Raum gestellt....

balea
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hallo balea,

vielen Dank auch für deinen Beitrag.
Nur bin ich mir nicht ganz sicher, ob du meinen Thread ( und auch meinen anderen, zu dem ich einen Link in meinem ersten Beitrag postete ) richtig oder überhaupt gelesen hast.
Es geht hier nicht darum, wer von beiden meinen Mann, so wie du es so schön formuliert hast, "in der Hand hat". Es geht auch nicht darum, wer das "Zepter" in der Hand hat.
Natürlich trägt nicht meine Schwiemu allein die Schuld. Sie ist ja im Laufe ihres Lebens krank geworden, und eben daran, dass sie krank geworden ist, kommen mehrere Faktoren zum Tragen. Sie ist nicht von heute auf morgen so geworden, wie sie nun leider ist.
Sicher hat sie meinen Mann ausgetragen, geboren, erzogen und vieles mit ihm geteilt. Und das k a n n ich ihr doch auch nicht wegnehmen, doer? Und das möchte ich doch auch gar nicht.
Außerdem kann man die Beziehung, die ein Mensch zu seiner Mutter oder zu seinem Vater hat, nicht mit der Beziehung zur Ehefrau oder Mann vergeleichen. Da sind doch ganz andere Gefühle im Spiel.
Und eigentlich finde ich, dass dein Beitrag mit dem Thema oder meinem Problem an sich nichts zu tun hat - außer ich bin dumm und verstehe nicht was du meinst. Oder du hast dich komisch ausgedrückt. Kann ja auch sein.

Ich versuche nicht, die Mutter meines Mannes aus seinem Leben zu verbannen - ich möchte einfach nur nicht mehr mit ihren Problemen, die wir so oder so nicht lösen können - das kann nur ein Fachmann - belastet werden und damit psychisch kaputt gemacht werden.
Wir haben so oft versucht, ihr zu helfen.... aber es hat nichts gebracht und je länger wir uns diese ganzen Lasten aufbürden und Vermittler spielen, desto mehr wird es auf unsere Psyche schlagen. Und das möchte ich einfach verhindern. Das hat nichts mit "wegdrängen" oder "aus seinem unserem Leben verbannen" zu tun.
Aber ich wiederhole mich nur, denn das hatte ich alles schon einmal geschrieben.
 
AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hallo ihr Lieben,

auch Dir, Spätzin, danke für Deine Worte.

Balea, wie Starsphip schon schrieb, es geht gar nicht darum, wer das Zepter in der Hand hat. Bei mir ist es eher so, dass ich zunächst einmal, als ich diese Frau kennen lernte, liebevoll auf sie zuging. Ich versuchte, ihren Anforderungen, nennen wir es einmal so, gerecht zu werden.

Die Schwiegermütter, von denen hier die Rede ist, sind durch das Leben geprägt.
Wenn Du schreibst, wir können den Männern den Sex geben und die Schwiegermütter ihren Söhnen nicht, dann implizierst Du, dass eine Beziehung nur auf Sex aufgebaut ist. Wir wissen alle, dass dem nicht so ist, außer die Beteiligten einigen sich so. Außerdem wäre es ja wohl auch nicht erstrebenswert Inzest zu betreiben. Ich glaube, soweit gehen wir konform.

Ich möchte zu Deinem Verständnis einige Lebensphasen meiner künftigen Schwiemu anführen: Sie war in ihrer Ehe unglücklich, eine co-Abhängige, die mit einem Alkoholiker lebte und sich nicht durchsetzen konnte oder den Weg aus dieser Ehe ging. Ich glaube, sie hasst sich selbst deswegen, dass sie bis zum Tod des Mannes "ausgehalten" hat. Das ist jedoch ihr Problem.

Ein Beispiel: sie war bei einer Therapeutin, die sie auf verschiedene Punkte, wie ein eigenes Konto (Unabhängigkeit...) hinwies.

Resultat: Sie ging nicht mehr hin. In ihrer Persönlichkeits-Struktur ist es so angelegt, dass sie permanent im Widerspruch ist, wenn ihr auf Anfrage Ratschläge erteilt werden. Sie ist unglücklich über ihr Leben, nimmt jedoch keinen Rat an.

Statt dessen ziehen bei ihr Abwehrmechanismen und sie mischt sich lieber in das Leben anderer Menschen ein, das ist dann eine Art Entlastung für sie.

Ich möchte noch einen Punkt anmerken, den ich als besonders perfide empfinde: sie missbrauchte ihren Sohn als Eheberater, der gerufen wurde, wenn der Vater aus der Rolle fiel (wie bei Starsphip auch).

Das ist nicht die Aufgabe eines Sohnes!!!! Außerdem betrachtete sie eine gewisse Zeit lang ihren Sohn als Mann-Ersatz, als er einige Wochen nach der Trennung von der Ex hier bei ihr lebte.

Das war für sie die Glückseligkeit schlechthin. Sie hat ihn umsorgt (obwohl er das nicht wollte und auch deutlich machte) wenn er von der Arbeit kam.

Er grenzte sich ab, machte deutlich, dass er sich ein Leben mit einer Frau aufbauen möchte.

Ich glaube, ob ich das nun bin, oder eine andere Frau, das mildert ihre Eifersucht nicht.

Wenn es überhaupt um Macht geht, dann darum, dass meine Schwiemu ihre Macht (das Zepter) missbraucht, indem sie ihren Sohn enterbt und ihm die Wohnung entzieht, obwohl sie seinen Scheidungskrieg erlebt hat und seine finanzielle Situation (Unterhalt usw...) kennt.

Es geht hier um ein erbärmliches Verhalten ihrerseits, ein Armutszeugnis. Ich nehme mich zurück.

Althea
 
keine Antwort, aber auch ein kleiner Kommentar

Das mit dem "eigene Probleme nicht lösen können, und sich dafür in anderer LEute Angelegenheiten einmischen" - das kommt mir doch verdammt bekannt vor!
Nicht die Schwiegermutter ist es- die sehe ich maximal alle zwei Jahre im Familienurlaub für bis zu 8 Wochen, und - ganz ehrlich, hier ging es darum, wer das Zepter in der Hand hat! (Nun ja, ich verstehe mich supergut mit ihr, aber sie musste schnell feststellen, dass ich jetzt die Entscheidungen treffen)

Die Mutter ist die "Schuldige". Aber ich glaube, dass der Mensch an sich die Angewohnheit in sich trägt: damit man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen muss, mischen die Betroffenen sich nicht nur in die Angelegenheiten anderer ein, sie sehen und "erschaffen" auch Probleme, die sie für einen lösen wollen, die überhaupt nicht und niemals da waren!
Eine anstrengende Angelegenheit!
 
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AW: meine Schwiegermutter (langer Text)

Hi und herzlich willkommen balea,

I
Sind an dem Dilemma wirklich nur immer die Schwiegermütter ,schuld´?
Wie ist es mit den Schwiegertöchtern?
Na ja, das hat keiner hier behauptet. Nur ist es so diese Art Spezies der Schwiegermütter, die wir hier beschreiben kommen mit sehr wenigen Leuten klar.

balea schrieb:
Wer hat denn nun wirklich das ,Zepter´in der Hand?
Darum geht es hier nicht. Ich glaube keine von uns will diesen "Machtkampf".
Diese SM sind wirklich krank. Psychisch krank durch ihre Vorgeschichte. Und wir müssen das leider "ausbaden", weil wir zu unerfahren sind und uns in diesem Punkt nicht abgrenzen können. Wir möchten ja nix "böses". Wir möchten nur mit ihrem Sohn zusammensein. Zusammen glücklich sein. **

balea schrieb:
Die Mutter, die den Sohn getragen, geboren, großgezogen, Freude, Sorge und Leid mit ihrem Kind geteilt hat?
Hey, das ist okay, ich erkenne das an. Ich sehe sie nicht als Konkurrenz.

balea schrieb:
Oder ist es die junge Frau, die dem jungen Mann etwas zu bieten hat, das die Mutter eben nicht kann - nämlich die Sexualität- mit der die junge Frau den jungen Mann ,in der Hand´hat (nach allen Regeln der Kunst!) - und damit die Mutter zurückzudrängen versucht - aus welchen Beweggründen auch immer?!
Hä??????

**Und bei meiner SM ist es so...sie gönnt uns vielleicht dieses "glücklich sein" nicht. a) weil es ihr nicht gut geht b) weil es ihr in ihrer Ehe nicht gut gegangen ist c) weil sie nicht loslassen kann (nicht nur meinen Mann, auch die anderen Geschwister - allen Schwiegerkindern wird es von ihr nicht leicht gemacht) d) weil sie alleine ist und zuviel Zeit hat sich über andere Leute Gedanken zu machen.

Übrigens fällt mir auf...all diese SM haben/hatten Probleme mit ihren Ehemännern. :confused:
Penelope
 
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