AW: .... das Leben an mir vorbei???
Alles, was man tut, hat Konsequenzen. Mein Handeln, Dein Handeln, ihr Handeln - und alles hat Folgen. Es geht ja nur darum, nicht dann über diese zu jammern.
hallo ihr lieben,
was soll es hier bringen zu jammern?
"jammern" hat die grundlage im anstreben einer zu erwartenden hilfeleistung. hier gibt es keine hilfeleistung in dem sinne, dass jemand mich hier rausholt. wie sollte das auch gehen? ich muss mir ganz klar selber helfen, immer und immer wieder.
was ich hier mache, ist ein dokumentieren einer lebenssituation.
die hilfestellung, die ich habe, geht von meinem ordnen der gedanken aus und von einem feed-back von eurer seite. da reicht ein "feststellen". es würde nichts nützen, es mit dem jammerton zu bringen. ihr kennt meinen tonfall nicht. er jammert nicht.
ich kann
a) sagen es geht mir nicht gut als feststellung, als feststellung
und ich kann
b) mit flehendem blick und einem heulenden es-geht-mir-nicht-gut ein "bitte-hilf-mir-doch"!!!!!!!!!! vermitteln.
bei mir ist es immer ein FESTSTELLEN, nicht ein flehen um hilfe. ich bin stark genug, mir selber zu helfen. bitte das zu unterscheiden!
interessant wird meine lebenssituation allemal sein für alle, die auch versuchen, sich zu arragieren,
es gibt sicher genug leute, denen es auch so geht.
es gibt so selten die gelegenheit dazu, so eine lebenssituation mitzuverfolgen, weil selten jemand offen ist.
gerade aus mangel an offenheit gibts auch diese vorurteile, die zugegeben auch von mir kommen:
Zu Deinen mir echt unbegreiflichen Aussagen über Scheidung:
Wenn sich Paare scheiden lassen, meinst Du wirklich, die Menschen wären dermaßen dumm, sich nur wegen der Benimm-Regeln zu trennen? Meinst Du nicht, dass in den meisten Fällen jahrelange Zweifel, Versuche, Abwägungen - oft wirkliche Leidensgeschichten - dem vorausgegangen sind? Meinst Du, das Leben ist ein Sims-Spiel am PC? Oder eine Geschichte aus einer Hochglanzzeitung beim Friseur?
Willst Du, dass man so oberflächlich über DICH urteilt?
Manchmal kann ich über Deine unüberlegten Aussagen nur den Kopf schütteln.
Reinfriede
ja, es gibt selten jemand einen einblick in das, was wirklich IST.
die leute erzählen, ich lass mich scheiden, ...... "er ist so langweilig". oder "mich stört so, dass er ständig zu fest auf den lichtschalter drückt, obwohl ich ihm das schon 100 mal gesagt habe". oder "die seelenverbundenheit ist einfach nicht da". "wir haben uns auseinandergelebt". punkt. die partner waren oft vor den kopf gestoßen ob der entscheidung der partnerin. so hab ich es ein paar mal gesehen. wo soll da ein scheidungsdrama von statten gegangen sein?
wenn, dann haben die leute das schön für sich behalten und auf gute-welt getan.
ja, das drama beginnt dann aber jedenfalls mit der kundgebung der entscheidung. das ist auf alle fälle klar.
es gibt sicher viele ausnahmen, wo VORHER schon vieles angesprochen und versucht wurde.
in der regel wird aber vermittelt, dass die leute viel zu schnell sind mit der entscheidung, auseinander rennen.
drama im nachhinein, wenn kinder da sind, ist klar.
früher konnten die frauen nicht aus, sie waren wirtschaftlich abhängig, und sie haben sich gefügt. es war wahrscheinlich kein wirklich gutes leben meist, aber sie hatten auch diese endlose energieaufwendung nicht, die es bedarf, wenn man sich mit der situation "gehen oder bleiben" auseinander setzt.
wenn ich im gefängnis sitze und weiß, ich KANN nicht aus, bleibt mir somit einiges erspart ---
und ich besinne mich auf dinge, die ich DORT finde. ich finde in mir so einiges. ich stelle mich der situation und habs leichter.
wenns im gefängnis einen ausweg gibt, werde ich meine energien dort rein bringen und sehe das andere nicht so.
es gehen sehr viele wesentliche dinge mitunter ein wenig verloren.
Strandläufer;216347 schrieb:
die kinder sind DA. sie sind so ein ruhepol in den gedanken in mir. ich brauche über sie nicht zu sprechen, weil es gut ist. ich brauche dort momentan keine LÖSUNG für mich selber.
es ist nicht selbstverständlich. ich bin unendlich dankbar.
ich liebe sie, ich könnte mir nicht vorstellen, was wäre, wenn mit einem kind irgendetwas geschehen würde.
ich brauche über dieses stille glück mit den kindern nicht zu sprechen, weil es einfach da ist. ich lebe es mit mir. ich denke mir aber ganz klar, es geht schon sehr viel an aufmerksamkeit verloren, weil mit dieser zeit, wo sie aufwachsen, auch meine selbstfindung einher geht.
ich denke, wenn man selber ein familienmanko hat, dann kommt es aber einfach genau in dieser zeit, wo die kinder ihre bedürftigkeiten zeigen und familie und zuwendung so absolut genießen, ganz krass hervor, dass man selber seinen mangel erkennt. ganz schlimm muss es bei menschen sein, die einfach weggebene wurden von den leiblichen eltern.
und DESHALB stellt sich diese zeit oft als schwierig dar.
du merkst den mangel in dir und schaust dir dann an, ob in deiner eigenen beziehung nahrung da ist, um diesen mangel ausgleichen zu können. und du kommst dann oft drauf, dass es NICHT so ist. man sucht dann den ausgleich in sich selber, merkt, dass es da aber viel mehr für einen geben könnte, irgendwo da draußen. wenn der partner sich nicht bemüht, dann ist die tendenz nach draußen einfach da.
da kann keiner was dafür, es ist einfach so.
dann merkt man, dass man aber nicht nur auf sich selber schauen kann, - weil eben kinder da sind - und man ist hin und hergerissen. dieser druck, nicht mehr alleine für SICH entscheiden zu können, kann enorm einschränkend wirken. so eine art panik kommt da hoch: ich kann nicht aus. ich kann nicht für mich alleine = je nach meinen bedürfnissen wählen.
diese panik drückt man dann nieder indem man sich der situation zu stellen versucht. aber im außen spiegelt sich dann oft tatsächlich das, was im innen ist.
durch dieses nicht-glücklich-sein in der lebenssituation mit dem mann geht viel an behaglichkeit und nestemfpfinden für die kinder verloren. die vorweihnachtszeit gestaltet man anders, wenn man sich wohlfühlt mit dem lebenspartner. so dokumentiert man im außen das gefühl im inneren und lässt somit einiges kälter, als es in einer glücklichen situation gestaltet werden würde. es ist, als würde man sich einfach nichts vormachen wollen und käme sich vor, als würde man sich selber anlügen, wenn man im außen die heile welt gestaltet, wo keine ist. andere sind nicht so authentisch,
wenn nicht egoistisch, sie sind einfach rücksichtsvoller,
ich mag das einfach nicht, obwohl ich weiß --- , ehrlich gesagt, den kindern wäre ich es schuldig. da hast du schon recht, liebe strandläuferin. ich sollte über meinen schatten springen und meinen kindern mehr raum geben.
Strandläufer;216347 schrieb:
Wo sind deine Kinder???
In deinem Alter, als meine Kids noch klein waren, standen die an erster Stelle und über die hätte ich auch am meisten geschrieben..
auch wenn ich finde, du hast schon auch recht,
schreiben werde ich dennoch wenig über sie, weil es besser ist, ihnen AUFMERKSAMKEIT zu schenken
in der zeit, wo ich NiCHT mit arbeit in der arbeit oder arbeit an mir oder im haus beschäftigt bin, als über sie zu schreibe.
sie haben mit sicherheit mehr davon, wenn ich etwas mit ihnen unternehme.
am abend, wenn sie im bett sind, bin ich meist zu erschöpft für forum, oder es ist ja auch mein mann da, der vielleicht nach 3000 beiträgen von mir DOCH mal draufkommen könnte, worüber ich eigentlich schreibe = (hier spiegelt sich - finde ich - sein interesse für mich. er weiß nicht mal, WORÜBER ich schreibe. ob über windeln oder über tagespolitische situationen oder über urlaub, über meine arbeit oder über sonstwas - es hat ihn noch nie interessiert

. = so als FESTSTELLUNG wieder einmal mehr = ich stelle fest)
Strandläufer;216347 schrieb:
Sie dreht es sich immer so, dass es für sie passt.
In ein paar Wochen ist er wieder der A...., dann ist nichts mehr mit großer Liebe.
..
große liebe?? vermittle ich manchmal den eindruck, als wäre es jetzt noch die große liebe? ich bin oft traurig, dass wir mal soo etwas tolles hatten miteinander, das jetzt so weit weg ist, ich bin traurig, dass dieses gefühl "für-immer-mit-dir" so stark und unerschlüttlich erschien, und das jetzt alles kaputt gemacht wurde. ich sage noch immer, es ist von ihm ausgegangen, nicht die tatsache, dass er es getan hat, ist ausschlaggebend, sondern die tatsache, dass er nichts dazu tut, um die scherben zu sortieren, ist der beweggrund, warum ich mich noch immer so dermaßen entfernt fühle.
wir sind wieder bei "schuld", aber ich finde, er ist es mir einfach schuldig, dass er was tut, und solange er seinen A.... so ganz und gar nicht bewegt, wird da auch nix passieren.
und dann merke ich, dass es doch nicht so gut ist, einfach zu bleiben. es ist wieder ein advent mehr, wo ich die stimmung nur durch die außenwelt reflektiert bekomme (christkindlmärkte, glitzerlichter, etc.), aber nicht durch das, was mich unmittelbar umgibt.
lg